Du bist sehr schön türkisch

Du bist sehr schön, du tanzt sehr gut du spielst großartig Volleyball, du hasst zu spät kommen und ich liebe dich. Übersetzung Portugiesisch-Deutsch für du bist sehr schön im PONS Online-Wörterbuch nachschlagen! Gratis Vokabeltrainer, Verbtabellen, Aussprachefunktion. Du bist sehr schön. Russisch. Ты очень красивая. Letzte Aktualisierung: 2014-02-01 Nutzungshäufigkeit: 1 Qualität: Deutsch. Du bist schön. Russisch. Ты красивая. Letzte Aktualisierung ... Türkisch; wer bist du? kimsin? Wer bist du? sen kimsin? du bist sehr süß: çok tatlısın: du bist doof: sen aptalsın: Du bist sehr Schön: çok hoşsun: du bist nicht schön: güzel değilsin: Du bist ein Mann: sen erkeksin: du bist mein Leben: sen benim hayatımsın: Bist du Türke? Türk müsün? bist du es? sen mi sin: wo bist du ... du bist sehr schön Übersetzung. Übersetzt wird, bitte warten.. ... Deutsch-Tuerkisch.net: 'du bist schön' auf türkisch übersetzen. du bist schön deutsch türkische übersetzung. du bist schön in türkisch. Übersetzung im Kontext von so, wie du bist in Deutsch-Spanisch von Reverso Context: Nein, ich mag dich sehr gern, genau so, wie du bist du bist wunderschön (sagt man z Bedeutung » DictZone Deutsch-Ungarisch Wörterbuch Für die Welt bist du nur irgendjemand, aber für irgendjemand bist du die Welt. Als E-Card versenden. das ist vielleicht schön! aman ne güzel! du bist schön! güzelsin! du bist sehr schön! çok güzelsin! Geh schon! git hemen! Kenne ich schon! tanıyorum: Kenne ich schon! biliyorum: Komm jetzt, mach schon! haydi gel şimdi! Komm schon! gel hele! Mach schon! acele et! na, wenn schon! ne olmuş yani! nun mach schon! hadi! nun mach schon ... Deutsch Türkisch. Übersetzen. 755.790 Einträge, 183.555 Anfragen. Keine direkten Treffer gefunden für: schön! ... du bist schön! güzelsin! du bist sehr schön! çok güzelsin! Geh schon! git hemen! Kenne ich schon! tanıyorum: Kenne ich schon! biliyorum: Türkisch Niederländisch Türkisch – Niederländisch; Türkisch Polnisch Türkisch ... Du bist eine gute Tänzerin/ein guter Tänzer! Sen harika dans ediyorsun! ... Der Person zeigen, dass Du sie sehr magst. Es war schön, mit Dir zu reden! Seninle konuşmak gerçekten çok hoştu! Komplimente am Ende des Gespräches machen. Flirten - Nein ...

HIER WIRD ­WAHRHEIT AUFGELÖST

2016.10.29 03:12 DownWithAssad HIER WIRD ­WAHRHEIT AUFGELÖST

Politik
HIER WIRD ­WAHRHEIT AUFGELÖST
Drei Wochen lang ­recherchierte unser Autor under­cover bei Russia Today, ­Redaktion Berlin. Der Fernsehsender wird vom ­russischen Staat dafür bezahlt zu zeigen, wie ­Russland wirklich ist – und der ganze Rest der Welt. Wie entstehen diese Bilder?
Text MARTIN SCHLAK
Es ist der neunte Tag meines Praktikums, als ich fast enttarnt werde. Eigentlich gab es keinen Grund, argwöhnisch zu werden. Ich habe nicht gesagt, dass ich Putin für einen Autokraten halte oder den Einmarsch auf der Krim für einen Verstoß gegen das Völkerrecht. Trotzdem scheint man mir anzumerken, dass ich über diese Themen anders denke als die meisten hier.
Ich sitze an meinem Schreibtisch, erster Stock, ein Fernsehstudio in Berlin-Adlershof. Mir gegenüber tupft sich eine Moderatorin die Schminke aus dem Gesicht. „Ich habe mich gefragt“, sagt sie und guckt von ihrem Kosmetikspiegel hoch, „ob du nicht ein Spion bist, den die ,Bild‘-Zeitung hier eingeschleust hat.“
Unsere Blicke begegnen sich. Wir lachen.
Dann schaue ich aus dem Fenster. Ich überlege, ob ich etwas zu laut gelacht habe.
Ich bin ein Spion.
Mich hat nicht die „Bild“-Zeitung geschickt, sondern die Redaktion von NEON . Ich soll für drei Wochen als Praktikant beim russischen Staatssender Russia Today arbeiten, undercover.
Russia Today nennt sich seit einiger Zeit nur noch RT. Der Sender strahlt sein Fernsehprogramm online aus. Gegründet wurde der Medienkonzern, zu dem RT gehört, durch einen Erlass des russischen Präsidenten Wladimir Putin. Weltweit arbeiten 2000 Mitarbeiter für RT, es senden Fernsehstudios aus Moskau, New York, London, seit November 2014 auch aus Berlin.
Die „Welt“, der „Focus“ und der „Spiegel“ nennen RT „Putins Propagandasender“. „Zeit ­Online“ schreibt, Russia Today sei die Waffe des Kremls im Informationskrieg. Der Auftrag des Senders, lese ich, sei nicht Aufklärung, sondern Manipulation. Nicht Information, sondern Desinformation.
An den Schreibtischen in Berlin-Adlershof soll Wahrheit produziert werden. Russische Wahrheit. Ich möchte herausfinden, wie sie entsteht.
Es war nicht schwierig, hier hereinzukommen. Russia Today expandiert, es ist eines der ­wenigen Unternehmen, das in diesen Zeiten Journalisten einstellt. Ich habe gesagt, ich sei auf der Suche nach einem Job.
Am ersten Tag meines Praktikums, Mitte August, laufe ich in einem Außenbezirk Berlins vorbei an den Fernsehstudios, in denen die Talkshows von Anne Will und Frank Plasberg aufgezeichnet werden, vorbei an einem Pförtner, zur Rückseite einer großen Halle. Dort hängt ein ­dezentes Logo mit den Buchstaben „RT“, schwarze Schrift auf grünem Grund. Eine Außentreppe führt in den ersten Stock. Noch bevor ich auf die Klingel drücke, geht der Türsummer. Ich bin nun Putins Mann.
Man zeigt mir die Kaffeeküche, den Wassersprudler, die Espresso-Maschine. Ich dürfe mir jederzeit Weintrauben und Nektarinen nehmen. Im Kühlschrank stehe übrigens auch laktosefreie Milch. Ich schüttle Hände, Dominik, Peter, Claudia, Anastasia (Namen geändert). Willkommen, schön, dass du da bist, guten Start. Ich hatte es mir irgendwie anders vorgestellt bei Putins Propagandasender.
Aber was habe ich mir eigentlich vorgestellt? Dass hier Wodkaflaschen im Eisfach lagern und der Chef morgens mit nacktem Oberkörper auf einem Bären einreitet? Dass in der Mitte der Redaktion ein Gerät steht, das minütlich Faxe aus dem Kreml empfängt?
Das Wort Lügenpresse habe ich zum ersten Mal im Jahr 2014 gehört. Damals sah ich in den Nachrichten, wie in Dresden Menschen auf die Straße gingen, Woche für Woche, und wie es immer mehr wurden. Wie zum Höhepunkt der ­Pegida-Demonstrationen 25 000 Menschen im Chor „Lügenpresse“ riefen. Es war der Moment, in dem ich merkte, dass die deutschen Medien ein Problem mit der Glaubwürdigkeit haben.
Die Demonstranten meinten auch mich.
Ich arbeite für die Lügenpresse, für den STERN, „Spiegel Online“, für NEON .
Die Anhänger von Pegida warfen den Journalisten vor, sie berichteten einseitig über den Krieg in der Ukraine, russlandfeindlich. Sie ­diskreditierten die Berichterstattung in Kommentarspalten und Blogs, sie schrieben Beschwerden und Hassbriefe. Die öffentlich-rechtlichen Sender gerieten unter Druck, sich zu rechtfertigen. Die „Tagesthemen“, eine deutsche Instanz der Seriosität, hatten bereits einmal einen Fehler eingestehen müssen. Ein Reporter aus dem Studio Moskau hatte behauptet, prorussische Separatisten hätten zwei Anwohner getötet. Tatsächlich hatten ukrainische Soldaten die Kugeln abgefeuert. Wie oft, fragten die Kritiker daraufhin, haben die Nachrichten wohl noch die Unwahrheit berichtet?
Dies war die Zeit, als RT in Deutschland online ging. Man wolle, sagte der Sender über sich selbst, eine andere Perspektive auf das Weltgeschehen bieten.
Noch vor fünfzehn Jahren wären Fehler wie derjenige in den Tagesthemen niemandem aufgefallen. Damals war der Kriegsreporter die einzige Quelle. Seine Sicht war nicht immer die richtige, aber die akzeptierte. Eine andere hatten die Menschen nicht. Heute dokumentieren Zivilisten und Aktivisten Kriege auf Youtube und Twitter, sie schildern ihre Eindrücke auf Facebook; es gibt falsche Berichte, manipulierte Bilder und gekaufte Zeugen. Es gibt nicht mehr nur eine Version der Dinge. Es gibt viele Wahrheiten. Die Frage ist, was das mit uns macht.
„Freunde der Propaganda!“, ruft Dominik, der Leiter der Online-Redaktion. Mit diesen Worten beginnt er die Elf-Uhr-Konferenz. Wir rücken mit unseren Drehstühlen um seinen Tisch. Es ist mein fünfter Tag in der Redaktion. Freunde der Propaganda. Dominik findet das offenbar lustig.
Er sagt es aber nur, wenn Ivan nicht da ist.
Der Chefredakteur Ivan Rodionov ist für einige Tage nach Moskau geflogen. Ivan („Wir sind hier alle per Du“) ist Anfang fünfzig, trägt links einen Ohrring und am Arm eine Apple- Watch. Sein Haar ist militärisch kurz, die Figur putindrahtig. Beim Firmenlauf, so erzählt man sich in der Pause, habe der Chef den ersten Platz belegt. Nun ja, erwidert einer der Kollegen, sie hätten ihn eben gewinnen lassen.
Meine Kollegen, das sind: Peter, ein früherer Redakteur der linken Tageszeitung „taz“, ­Dominik, ein ehemaliger Bundestagsmitarbeiter der Partei „Die Linke“, Sebastian, ein Soziologe, der in der Friedensbewegung aktiv ist, Tobias, der zwei Jahre professionell Poker gespielt hat, bevor er zu RT kam. Es sind Menschen, die teils ähnliche Überzeugungen haben wie ich, stelle ich nach und nach fest: Sie halten wie ich den amerikanischen Krieg gegen den Terror für falsch – auch wenn das bei ihnen im Gegensatz zu mir damit zu tun haben mag, dass sie generell antiamerikanisch eingestellt sind. Und während ich die Afd abstoßend finde, halten sie die Partei zumindest für unwählbar.
Dominik stellt die Themen des Tages vor, sie alle passen in das Weltbild von Russia Today: Der türkische Außenminister hat die NATO gerügt, den ewigen Feind Russlands. Russische Kampfschiffe haben Stellungen der Al-Nusra- Front in Syrien zerstört – die dschihadistische Organisation kämpft gegen die Assad-Regierung, mit der Russland verbündet ist, RT meldet also einen Kriegserfolg. In einer ukrainischen Stadt ist vor einem Besuch des Präsidenten der Asphalt schwarz gestrichen worden, in dieser Nachricht geht es schlicht um Häme.
Und dann kam noch die Meldung aus Rio.
Um 10.27 Uhr an diesem Morgen, es sind die ­Wochen der Olympischen Spiele, ist im Redaktions-Chat eine Nachricht aufgeploppt. „Auftrag aus Moskau“, sagte Peter, mein Kollege aus der Online-Redaktion, und lachte.
Ivan hat die Nachricht von Russland aus geschrieben: „US-Frauen-400-Meter-Staffel verliert den Stab beim Rennen, darf nach Protest nachlaufen – und verdrängt die Chinesinnen aus dem Finale.“ Man solle bitte eine Meldung für die Homepage verfassen. Er schreibt: „Entscheidung fraglich und meines Wissens einmalig. Von wegen sauberer Wettkampf.“ Was er nicht schreibt: Eine brasilianische Läuferin soll die US-Frauen bei der Übergabe behindert haben. Ein Kollege witzelt: „Wäre es der russischen Staffel passiert, wäre sie gesperrt worden, weil der Stab gedopt war.“
So denken sie hier. Überall wittern sie, dass die USA privilegiert werden und die Welt sich gegen Russland verschworen hat. Sie ­triumphieren, wenn die US-Regierung einen Fehler eingestehen muss, und freuen sich, wenn die Lügenpresse vermeintlich beim Lügen erwischt wurde.
Dann passiert die Sache mit dem syrischen Jungen. Der Junge heißt Omran Daqneesh und kommt aus Aleppo, er soll fünf Jahre alt sein. In einem Video sieht man, wie ein Sanitäter den Jungen nach einem Bombenangriffin einen Krankenwagen trägt. Dort sitzt er dann, die Wange blutverschmiert, die Haare und das Gesicht voller Staub, ein Junge unter Schock, auf einem orangefarbenen Plastiksitz, der viel zu groß für ihn ist.
Omran ist über Nacht ein Symbol für die Grausamkeit des Krieges geworden. Am Konferenztisch von Russia Today wird er zu einem Symbol der westlichen Propaganda.
Es sei doch verwunderlich, sagt Dominik, wie neu der Krankenwagen ausschaue. Nagelneu, in einem Kriegsgebiet. Und woher kämen auf einmal die vielen Kameramänner? Könnte das Video nicht gezielt lanciert worden sein, fragt ein Kollege, um damit der Assad-Regierung zu schaden?
Und mit ihr dem Verbündeten Putin?
Die Berliner Zeitung titelt zu dem Foto:
„So leiden die Kinder unter dem Krieg in Syrien.“ In dieser Version wird Russland, das sich am Krieg beteiligt, zum Täter.
RT Deutsch titelt: „Kontakte zu Extremisten: Wer ist der Fotograf von syrischem Jungen Omran?“ In dieser Version wird Russland zum Opfer – zum Opfer antirussischer Propaganda.
Russia Today berichtet, es seien Fotos auf Twitter aufgetaucht, die den Fotografen angeblich mit Leuten zeigen, die angeblich einen Jungen geköpft haben. Sehr viel „angeblich“, finde ich.
Ich schaue mir das Video trotzdem noch einmal an. Ich sehe den fabrikneuen Krankenwagen, frage mich, warum drei Männer mit Kameras zur passenden Zeit vor Omrans Haus standen, direkt nach einem Bombeneinschlag. Wie kann ich ausschließen, dass diese Szene inszeniert ist? Ich war nicht vor Ort, als es passierte. Das Video könnte ein Dokument des Krieges sein und ebenso ein Werk der Propaganda.
Mir fällt auf, dass ich mich verändere: Nachdem die Kollegin mich der Spionage verdächtigt hat, halte ich mich besonders streng an die Spielregeln, die hier gelten. Das tue ich ­offenbar überzeugend, denn zu Beginn meiner letzten Woche holt die Personalleiterin mich in ihr Büro. Sie sagt, sie seien sehr zufrieden mit ­meiner Arbeit. Dann bietet sie mir einen Job an. Ich bekomme Zweifel an dem, was ich selbst für wahr halte. Wer lügt hier, und wer schreibt die Wahrheit? Ich weiß es nicht mehr. Erst später, als ich darüber nachdenke, merke ich, dass ich nun dort bin, wo Russia Today mich haben möchte.
Ich rufe Professor Markus Appel an. Er ist Psychologe, forscht an der Universität Koblenz- Landau und kennt sich aus mit dem Verhalten von Menschen in Gruppen. Ich möchte wissen, warum ich meinen Kollegen, die ich erst seit ein paar Tagen kenne, mehr glaube als allen großen Nachrichtenredaktionen in Deutschland. „Der Mensch hat die Neigung, der Mehrheit nicht zu widersprechen“, sagt Markus Appel. Das falle umso schwerer, wenn man mit dieser Mehrheit um einen Tisch sitze – und die anderen gar sympathisch finde.
In einem klassischen psychologischen Gruppenexperiment, erzählt Appel, wurden Versuchspersonen drei unterschiedlich lange Striche gezeigt, und dazu ein vierter, der so lang war wie einer der ersten drei. Nacheinander sollten die Teilnehmer nun sagen, welcher der Striche genauso lang war wie der Vergleichsstrich – eine leichte Übung. Das Besondere an dem Experiment: Es gab nur eine echte Versuchsperson. Alle anderen waren eingeweiht und nannten dieselbe falsche Linie. Viele Probanden schlossen sich der Meinung der Mehrheit an, obwohl völlig offensichtlich war, dass diese zwei Striche nicht gleich lang waren.
Wurden sie nachher gefragt, warum sie das getan hatten, sagten die meisten, ihnen sei bewusst gewesen, dass sie die falsche Antwort gegeben hatten. Einige waren aber tatsächlich verunsichert. Ich lerne: Menschen behaupten abstruse Dinge, wenn zuvor alle anderen in ihrer unmittelbaren Nähe das Gleiche behauptet haben.
Der Konferenztisch im ersten Stock, hier in der Redaktion in Berlin, ist nicht der Ort, an dem Lügen entstehen. Es ist der Ort, an dem Zweifel gestreut werden.
Hier entsteht keine Wahrheit, hier wird Wahrheit aufgelöst.
Das Geld dafür wird aus dem russischen Staatshaushalt überwiesen, im Jahr 2015 erhielt RT etwa 250 Millionen Euro. Das ist ein ähnlich hohes Budget wie das der Deutschen Welle. Die Deutsche Welle ist der deutsche Auslandsrundfunk, bezahlt aus dem Staatshaushalt. Im Gesetz steht, er soll „deutschen und anderen Sichtweisen zu Politik, Kultur und Wirtschaft ein Forum“ ­geben.
Ist es nicht genau das, was auch Russia ­Today macht? Um Verständnis für die russische Position zu werben? Nenne ich dieses Werben vielleicht voreilig Propaganda? Weil Russland, dieses Riesenreich, mir fremd ist? Meine Meinung über Russland ist aus den Medien geprägt, ich habe kaum russische Bekannte. Und in den ­Medien dominiert das Bild von Russland als ­Aggressor, von Putin als dem ehemaligen Spion, dem man nie vertrauen sollte.
Ich habe mir nicht die Mühe gegeben, selbst zu recherchieren. Ich spreche die russische Sprache nicht, schaue keine russischen Filme, und aus Tolstois „Anna Karenina“ kenne ich nur den ersten Satz. Russland ist für mich ein Land, in dem zwar Wahlen abgehalten werden, doch in dem die Demokratie nie richtig angekommen ist. Jetzt habe ich Zweifel, welche Version der Wahrheit denn nun die richtige ist.
Ich gehe zum Chefredakteur Ivan ins Büro, ein karger Glaskasten, ohne Pflanzen, ohne Sessel, und frage ihn, warum Russia Today so oft rechte Verschwörungstheoretiker einlädt. Eva Herman etwa, die ehemalige Nachrichtensprecherin, die behauptet, Europa werde „geflutet mit Afrikanern und Orientalen“ und sagt: „Unsere alte Kraft, unsere christliche Kultur, Glaube und Tradition, werden zerstört.“ Ich frage, warum in der RT-Sendung „Der fehlende Part“ so oft Politiker der AfD zu Wort kämen. Ivan sagt, er würde Politiker aller Parteien ein­laden. „Aber die meisten reden nicht mit uns.“
Er erinnert sich an keine inhaltliche ­Vorgabe aus der Chefredaktion in Moskau. „Wir haben hier freie Hand“, sagt er.
Ivan wird oft in deutsche Talkshows eingela­den, er vertritt dort eine äußerst kremlfreundliche Linie. Ivan spricht geschliffen Deutsch, so wie Putin. Im Jahr 1989, als die DDR unter- und die Sowjetunion ihrem Ende entgegenging, legte er an der Staatlichen Fremdsprachenuniversität in Moskau sein Diplom ab. Danach arbeitete er als Auslandskorrespondent für russische Sender – und für das ZDF-Studio in Moskau.
In einem Interview antwortete er einmal, es brauche nicht noch einen Putin-Bashing-Sender. Ivan muss nicht in seiner Meinung beschnitten werden, er denkt wirklich so.
Nach und nach fallen mir all die Fakten wieder ein, von denen ich seit Beginn meines Praktikums bei Russia Today nur wenig gehört habe. Ich denke an Meldungen, wie Putin nach Schauprozessen Oppositionelle ins Straflager schickt. An das russische Gesetz, das Schwulen und Lesben verbietet, positiv über Homosexualität zu sprechen. An einen Autokraten, dessen beste Freunde Geld in Briefkastenfirmen lagern, anstatt es zu versteuern.
Würde Ivan auch darüber berichten?
Ich stelle ihn auf die Probe. In der Konferenz schlage ich vor, einen Bericht zu schreiben über russische Söldner, die Moskau in den Krieg nach Syrien schickt. Solche von privaten Gruppen bezahlte Soldaten darf es in Russland laut Verfassung nicht geben. Die Nachricht hat die russische Nachrichten­agentur RBK recherchiert, eine kremlkritische Mediengruppe.
Ivan lacht. Er sagt, die Meldung komme ihm bekannt vor. Vor Kurzem hätten sich vermeintliche Söldner als gekaufte Zeugen herausgestellt. Ich entgegne, dies seien neue Recherchen. Dass die russische Regierung ihre wahren Opferzahlen in Syrien schönrechne, weil getötete Söldner nicht in der offiziellen Statistik auftauchen.
Und Putin dadurch stärker erscheint.
Ivan sagt, er werde sich die Originalquelle anschauen. Ich höre dann nichts mehr von meinem Vorschlag. Später schreibe ich @Ivan noch einmal im Chat an, doch er antwortet nicht. Dabei reagiert er sonst immer auf den Chat.
Am letzten Tag meines Praktikums stehe ich in einer Halle, groß wie der Check-in-Bereich eines Regionalflughafens. Hinter einem schwarzen Vorhang läuft die Aufnahme der Sendung „Der fehlende Part“. Im restlichen Raum: verstreute Topfpflanzen, ein paar Stühle und viel Leere. Gleich wird die Sprecherin meinen ersten eigenen Videobeitrag anmoderieren. Ich habe dafür einen Bundestagsabgeordneten der Linken interviewt. Er hat mir erzählt, wie der Bundesverfassungsschutz ihn jahrelang überwacht habe.
Kurz vor Beginn der Aufnahme ist Ivan die Treppe heruntergekommen. Ein Techniker hat ihm Kopfhörer in die Hand gedrückt und den Moderationstext. Ivan liest, zögert, dann geht er zu der Kollegin am Teleprompter und bittet sie:
„Kannst du hier noch drei Wörter einfügen?“
Die Wörter lauten: „Seiner Ansicht nach.“
Also liest die Moderatorin später vor: „Wenn eine Partei die freiheitlich-demokratische Grundordnung – seiner Ansicht nach – gefährdet, schaltet sich der Verfassungsschutz ein.“
Die drei Wörter machen den Satz nicht zu einer Lüge und doch verändern sie seine Aussage: Der Verfassungsschutz schaltet sich nicht dann ein, wenn die Grundordnung tatsächlich gefährdet ist, sondern wenn er eine Gefährdung heraufbeschwört. Klingt, als wähle der Verfassungsschutz willkürlich aus, wen er überwacht. Und wahrscheinlich soll es auch so klingen. Wo immer es möglich ist, wackelt Russia Today am Bild eines Landes, das rechtsstaatlich geregelt ist.
Nach der Mittagspause stehe ich mit Sebastian zusammen, er zieht an seiner E-Zigarette. Ich frage ihn, wie er für ein Medium arbeiten kann, das den Einmarsch der Russen auf der Krim verteidigt, einen Bruch des Völkerrechts. Sebastian sagt, Russland habe sich eben das genommen, was ihm zustehe. Putin habe nicht akzeptieren können, die Krim als Truppenstandort zu verlieren. Das sei doch kein Grund, wende ich ein, die Rechte eines souveränen Landes zu verletzen. Er sagt, die Russen hätten die Bewohner der Krim beim Referendum zur Unabhängigkeit ja nicht mit dem Gewehr zur Urne getrieben. Sie seien freiwillig gegangen. Und es sei ja niemand gestorben. Sebastian, der Friedensaktivist.
Auf Facebook hat Russia Today die User befragt. 42 Prozent stehen nach eigenen Angaben der Linkspartei nahe, 17 Prozent der AfD. Der kleine Rest verteilt sich auf SPD, die Union, die Grünen, die Sonstigen. Ein Publikum der politischen Ränder, links und rechts. Für dieses Publikum macht RT Programm.
Ich spreche noch einmal mit Markus Appel, dem Psychologen. „Menschen mögen ein konsonantes Bild von der Welt, das in sich stimmig ist“, sagt er. Wenn ich Informationen aufnehme, die dem widersprechen, ist es mühsam, sie in das Gesamtgefüge einzubauen. „Viel einfacher ist es, sie zu ignorieren“, sagt Markus Appel. „Oder sie abzuwerten.“
Ich habe drei Wochen bei einem Sender gearbeitet, der solche in sich stimmigen Weltbilder produziert. Der den User immer wieder in seiner vorgefertigten Meinung bestätigt.
Das ist die wahre Gefahr von Russia Today.
Ich drücke Hände und packe mein Kuchenblech ein, zum Abschied habe ich russischen Zupfkuchen gebacken. Die Kollegen sagten, er habe sehr gut geschmeckt.
SO ENTSTAND DER SENDER RUSSIA TODAY
Die Sowjetunion, das einst größte Land der Erde, hörte im Dezember 1991 auf zu existieren. Es war eine Zeit des Aufbruchs, als die Welt sich neu ordnete und alte Feind­bilder nicht mehr galten. Russland trat den internationalen Orga­nisationen bei und handelte ein Partnerschaftsabkommen mit der Europäischen Union aus.
Doch das Vertrauen hielt nicht lange. Ab 1999 nahm die NATO neun Staaten des ehemaligen Ostblocks auf, gegen den Willen des Kremls. Aus der Sicht der westlichen Mächte waren es souveräne Entscheidungen der einzelnen Staaten. Aus der Sicht Russlands war es eine Provokation.
Im Dezember 2013 gingen in der ukrainischen Hauptstadt Kiew eine halbe Million Menschen auf die Straße. Sie forderten, dass ihr Präsident ein Assoziierungsabkommen mit der EU unterzeichnet. Noch ein Land drohte aus dem ­Einflussbereich des Kremls zu entschwinden.
Nur einen Tag später­ unterzeichnete der russische Präsident Wladimir Putin den Erlass „Über Maßnahmen zur Steigerung der Effektivität der staatlichen Massenmedien“ und ließ damit einen neuen Megakonzern entstehen: Rossija Sewodnja, Russland Heute, zu dem RT gehört. Der Direktor sagte, der Sender solle „eine gerechte ­Haltung zu Russland in der Welt wiederherstellen“.
Russia Today war erst ­wenige Wochen auf Sendung, da begann das Bundespresseamt, den Sender zu beobachten. In internen Berichten heißt es, die Berichte von Russia Today hätten einen „einseitig tendenziösen, propagandistischen Charakter“.
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